Aus Streuobst wird Eifel-Apfelsaft

Dass Streuobstwiesen eine hohe Bedeutung für den Menschen haben, ist schon lange bekannt. Die Obstbaumblüte beispielsweise gilt als ein Höhepunkt im Jahresablauf, welcher vielerorts mit Blütenfesten entsprechend gewürdigt wird. Regelmäßig im Frühjahr, wenn die Natur aus ihrer Winterruhe erwacht, verwandeln blühende Obstbäume weite Landstriche in ein weißes Blütenmeer. Außerdem liefern hochstämmige Obstbäume gesundes, für vielerlei Zwecke brauchbares Obst und geben dem Landschaftsbild einen unverwechselbar prägenden Charakter. Sie sind für unser Auge eine Abwechslung in der sonst vielfach ausgeräumten Agrarlandschaft.

Aber nicht nur Menschen, sondern auch Tiere erfreuen sich an den Streuobstwiesen. Zahlreiche Insekten laben sich an Pollen und Nektar der Obstblüten. Als Nahrungs- und Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten gehören Streuobstwiesen damit zu den artenreichsten Biotopen in Mitteleuropa.

Um diese zu erhalten, bedarf es jedoch vermehrter Anstrengungen, denn die Obsterzeugung auf den wertvollen Flächen ist im Zeitalter der Globalisierung immer unrentabler geworden, so dass bereits ein Großteil der Streuobstwiesen der Säge zum Opfer oder brach fiel und verwilderte. Der Erhalt und Ausbau dieser wichtigen Landschaftselemente kann nur gesichert werden, wenn für die Produkte, beispielsweise Äpfel und der daraus gewonnene Apfelsaft, Preise erzielt werden, die deutlich über dem Weltmarktniveau liegen.

Hier eröffnet das regionale Entwicklungskonzept mit der Dachmarke Eifel, der ersten echten Regionalmarke Deutschlands, jetzt die Chance, die wertvollen Streuobstwiesenbestände zu sichern, indem sie es ermöglicht einen qualitativ hervorragenden, aber teureren Apfelsaft in großem Umfang abzusetzen. Dadurch können höhere Preise für die Äpfel garantiert und so die Bewirtschaftung wieder interessant gemacht werden. Die neu gegründete FÖNO-NABU Streuobst GmbH hat diese Chance genutzt und ein Aufpreismodell für Streuobstprodukte in der Eifel eingeführt.

Je nach Qualität des Bestandes können vom Produzenten 12 bis 16 € je Doppelzentner ausgereifte hochwertige Äpfel von Hochstämmen erzielt werden. Abhängig ist dies in erster Linie vom Zustand und der Pflege der Streuobstwiese, denn nur auf fachgerecht gepflegten Obstbäumen lässt sich Obst mit hervorragender Qualität ernten. Weitere Anforderungen, wie unter anderem die naturverträgliche Nutzung der Streuobstwiesen, die Verpflichtung zum Ersatz abgängiger Bäume durch sortengerechte Hochstämme, der Verzicht auf chemisch-synthetische Behandlungsmittel und der Verzicht auf jegliche Zusatzstoffe wie Zucker oder Konservierungsstoffe, runden die hohen Anforderungen an dieses Produkt ab. Der detaillierte Kriterienkatalog kann unter www.eifel-qualitaet.de im Internet abgerufen werden.

Das Resultat kann sich sehen - und vor allem trinken - lassen:
Ein naturtrüber Direktsaft, der allen Ansprüchen an ein regionales Produkt höchster Qualität - und das zu einem moderaten Preis - genüge tut. In vielen Hotels und der gehobenen Gastronomie der Region ist er bereits erhältlich. Viele EDEKA- und REWE-Märkte der Region führen ihn ebenfalls bereits im Sortiment. Fragen Sie nach Qualität aus der Eifel! Die Verkaufstellen erfahren Sie auch im Internet unter www.regionalmarke-eifel.de.

Mit dem Kauf des Saftes leisten Sie einen Beitrag für die Bewahrung der Streuobstwiesen und somit helfen Sie mit, den Lebensraum von unzähligen Tieren und Pflanzen zu sichern.

Apfelsaft mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen kann nachweislich der Entstehung von krebsfördernden Veränderungen entgegenwirken und Entzündungen unterdrücken. Diese Ergebnisse legen nahe, dass der regelmäßige Verzehr von Äpfeln sowie der Genuss von Apfelsaft, insbesondere von naturtrüben Produkten, Darmkrebs und entzündlichen Darmerkrankungen effektiv vorbeugt.

Daneben wirkt sich der Erhalt der Streuobstwiesen auch in touristischer Hinsicht durchweg positiv aus. Landschaft, Traditionen, Geschichte, aber auch die lokale Tier- und Pflanzenwelt offenbaren dem Besucher das Besondere an der jeweiligen Region und hinterlassen einen unverwechselbaren Eindruck.

Wenn in der Region produzierte Produkte verstärkt auch in der Region nachgefragt werden, entstehen zudem regionale Wirtschaftskreisläufe. Die Produkte müssen nicht über weite Entfernungen zum Verbraucher transportiert werden, Verkehr wird reduziert. Dies ist ein aktiver Beitrag zum Schutz von Klima und Natur. Der Streuobstanbau stellt ein ideales Beispiel für die Nachhaltigkeit dar: ökonomische, ökologische und soziale Belange werden dabei zum Wohle aller Beteiligten miteinander verknüpft.

NABU Modell-Streuobstanlage in Prümzurlay

Vom Baumschnitt bis zur Ernte werden auf unserer eigenen Streuobstwiese alle anfallenden Arbeiten von der Gruppe erledigt.

Obstbaumseminare
Baumschnitt und Baumpflanzung durch Obstbaumexperten; nach einer theoretischen Einführung im Seminarraum erfolgt die praktische Durchführung vor Ort auf einer Obstwiese.

Informationen zu Förderprogrammen
Berater des 'Förderprogramm Umweltschonende Landwirtschaft' (FUL) informieren über Förderprämien pro Jahr und Hektar, weiterhin über einmalige Zuschüsse für die Baumpflanzung/- Pflege.